{"id":1001,"date":"2019-09-17T17:54:46","date_gmt":"2019-09-17T15:54:46","guid":{"rendered":"http:\/\/kantilive.ch\/?p=1001"},"modified":"2019-10-03T10:58:46","modified_gmt":"2019-10-03T08:58:46","slug":"ich-habe-kein-recht-ihnen-nicht-zu-antworten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kantilive.ch\/index.php\/2019\/09\/17\/ich-habe-kein-recht-ihnen-nicht-zu-antworten\/","title":{"rendered":"&#8220;Ich habe kein Recht, ihnen nicht zu antworten&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #999999;\"><em>Quelle: Judith Santschi<\/em><\/span><\/p>\n<p>Ivan Lefkovits ist einer der letzten verbleibenden Holocaust-Zeitzeugen. Als kleiner Junge hat er die KZ Ravensbr\u00fcck und Bergen-Belsen \u00fcberlebt. Im Rahmen der Wanderausstellung \u00abKinder im KZ Bergen-Belsen\u00bb wurde er von der Fachgruppe Geschichte eingeladen, in der Aula ein Gespr\u00e4ch mit Diana Gring, Kuratorin der Ausstellung und der Gedenkst\u00e4tte Bergen-Belsen, zu f\u00fchren.<!--more--><\/p>\n<p>Ivan Lefkovits wurde am 21. Januar 1937 in Pre\u0161ov, der damaligen Tschechoslowakei und heutigen Slowakei geboren. Seine Mutter war Apothekerin, sein Vater Zahnarzt. Seine Familie bezeichnete sich selbst als assimilierte Juden, was bedeutet, dass sie regul\u00e4r am gesellschaftlichen Leben teilnahmen, sich nicht abgrenzten und zahlreiche Kontakte zu nicht-j\u00fcdischen Menschen hatten. Schon fr\u00fch merkte Ivan, dass sein 6 Jahre \u00e4lterer Bruder Pavel seit einiger Zeit immer niedergeschlagener von der Schule nach Hause kam. Damals war er noch zu klein, um dies einordnen zu k\u00f6nnen, doch heute weiss er: Pavel wurde von seinen Mitsch\u00fclern bel\u00e4stigt, weil er j\u00fcdischer Abstammung war. &#8220;Der Antisemitismus war bereits da, der Nationalsozialismus brauchte also nur noch darauf aufzubauen&#8221;, erz\u00e4hlt Herr Lefkovits.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u201cIch habe das Wort \u2018Antisemitismus\u2019 doch noch nicht einmal gekannt\u201d<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seine erste direkte Erfahrung mit dem Antisemitismus hat er gemacht, als das Dekret erlassen wurde, welches seinem Vater verbot, weiterhin zu praktizieren. Er wurde zum Angestellten in seiner eigenen Praxis. Nach der &#8216;Arianisierung&#8217; besuchte Ivan seinen Vater in der Praxis, um wie schon so oft vorher dort zu spielen. Der neue Zahnarzt, nat\u00fcrlich ein &#8216;Arier&#8217;, packte ihn an den Schultern, schob ihn hinaus und sagte, dass er nie wieder dorthin kommen sollte. Ivan, der das alles noch nicht verstand, lief weinend zu seiner Mutter. Sie tr\u00f6stete ihn und erkl\u00e4rte, dass alles bald wieder vorbei sein w\u00fcrde und der Vater seine Zahnarztpraxis schon wieder zur\u00fcckbekommen w\u00fcrde. Daraufhin ging er zur\u00fcck zu dem Arzt und sagte zu ihm: \u201cWarten sie nur. In ein paar Jahren wird das alles wieder uns geh\u00f6ren und dann treten wir ihnen in den Arsch!\u201d Das war sein \u201cEinstieg in die hohe Politik des Antisemitismus\u201d.<\/p>\n<p>Der Druck auf die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung wurde in der Tschechoslowakei immer gr\u00f6sser. Aus diesem Grund beschloss seine Familie, dass Ivan und sein Vater nach Ungarn gehen w\u00fcrden, von dem man sagte, dass Juden dort noch freier waren. Die Grenz\u00fcberquerung gestaltete sich jedoch schwierig, da es j\u00fcdischen Personen bereits verboten war zu reisen. Also erhielt Ivan einen anderen Pass. Leider war es der Pass eines M\u00e4dchens, und er musste sich verkleiden, um m\u00f6glichst unauff\u00e4llig zu wirken. An der Grenze wurde er von einem Beamten gefragt, wer er sei. Er antwortete: \u201cBis hier an der Grenze bin ich ein M\u00e4dchen, und nach der Grenz bin ich wieder Ivan\u201d. Seine Begleitung bef\u00fcrchtete das Schlimmste. Doch sie konnten passieren. Wieso, das weiss Herr Lefkovits bis heute nicht.<\/p>\n<p>Doch auch in Ungarn wurde die Lage immer prek\u00e4rer. Im M\u00e4rz begann auch dort die deutsche Besetzung. Unter der Leitung Adolf Eichmanns wurden die Juden erbarmungslos verfolgt und deportiert. Also kehrten die beiden bald wieder nach Pre\u0161ov zur\u00fcck. Von dort aus plante die Familie nun ihre Flucht. W\u00e4hrend der Zeit, in der Ivan auf seine neuen Dokumente warten musste, brachten ihn seine Eltern in ein Taubstummen-Institut. Dieses Versteck erforderte von ihm viel Selbstdisziplin. Niemals durfte er in einem unkonzentrierten Augenblick zu sprechen beginnen. Besonders unausstehlich wurde es f\u00fcr ihn in den Momenten, als der Bombenalarm losging. Von \u00fcberall her h\u00f6rte er die Sirenen, doch er konnte nichts sagen, durfte den anderen nicht von dem schrillen Ton erz\u00e4hlen und sich nichts anmerken lassen. Weitere Erinnerungen habe er von diesen Tagen nicht, denn im Vergleich zu dem, was noch kommen w\u00fcrde, war es nichts, so sagt er.<\/p>\n<p><strong>Verhaftet und in den Viehwagons abtransportiert<\/strong><\/p>\n<p>Und dann kam der Tag der Verhaftung. Um 4 Uhr morgens klopften die Nationalsozialisten an die T\u00fcre von Ivans Familie. Sie wurden festgenommen und gezwungen, fast alles stehen- und liegenzulassen. Ivan wurde mit den anderen in einen Viehwagon getrieben und abtransportiert. Es gab einen kurzen Zwischenhalt in Ausschwitz, bevor sie weiter nach Ravensbr\u00fcck gebracht wurden. Wie viele andere Menschen, die wie Ivan den Holocaust \u00fcberlebt haben, ist auch er nicht imstande, zu definieren, wie viele Tage die Reise dauerte. Es gab auch niemanden, der es ihnen gesagt h\u00e4tte, denn mit ihnen wurde eigentlich nicht gesprochen, meint Herr Lefkovits.<\/p>\n<p><strong>&#8220;In Ravensbr\u00fcck war es schlimm, viele Leute sind gestorben, aber es war\u00a0&#8216;ordentlich&#8217; schlimm&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Mehrere Male nennt Herr Lefkovits das Wort &#8220;ordentlich&#8221;. Er m\u00f6chte damit die Gradualit\u00e4t der Grausamkeiten, die er erlebt hat, ausdr\u00fccken. Was f\u00fcr Zuh\u00f6rende an diesem Punkt vielleicht bereits \u00fcber die Grenzen des f\u00fcr sie Vorstellbaren gestiegen ist, ist f\u00fcr ihn, im Angesicht dessen, was er einige Monate sp\u00e4ter erlebt hat, wie er selbst sagt, noch immer &#8220;ordentlich&#8221;. Er erz\u00e4hlt, wie die Menschen in Ravensbr\u00fcck zur Arbeit gezwungen, unterdr\u00fcckt und gedem\u00fctigt wurden, und weist darauf hin, dass es an diesem Punkt noch immer haupts\u00e4chlich Mitglieder der SS-Totenkopfverb\u00e4nde waren, die entschieden, wer leben durfte und wer sterben sollte. Es herrschte Ordnung: morgens mussten sich alle f\u00fcr den Z\u00e4hlappell hinstellen, wo Ivan sich so oft wie m\u00f6glich an seine Mutter anlehnte. N\u00e4mlich dann, wenn die Wachen mit dem Z\u00e4hlen einer anderen Reihe besch\u00e4ftigt waren und f\u00fcr einen kurzen Augenblick gerade nicht hinsahen. Danach durfte Ivan wieder in die Baracken zur\u00fcckkehren, um mit den anderen Kindern zu spielen, wof\u00fcr er jedoch viel zu apathisch war. Er war noch zu jung, als dass er h\u00e4tte zur Arbeit eingestuft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In Ravensbr\u00fcck hat seine Mutter Ivan niemals aus den Augen gelassen. Weil bei der Ankunft sein \u00e4lterer Bruder Pavel und sein Vater von ihnen getrennt und ins M\u00e4nnerlager gesperrt wurden, richtete sich nun die ganze F\u00fcrsorge seiner Mutter auf Ivan. Zum einen hat sie, so oft es ihr m\u00f6glich war, mehr gearbeitet, was heisst, dass sie sich f\u00fcr das sogenannte freiwillige Sonderkommando gemeldet hat, um eine Extraportion Essen f\u00fcr Ivan zu erhalten. In den freien Stunden hat sie Ivan schreiben, lesen und rechnen beigebracht. Ein Stift und Papier standen ihm nat\u00fcrlich nicht zur Verf\u00fcgung, weshalb Ivan im Kopf rechnete, oder die Zahlen mit St\u00f6ckchen in r\u00f6mischer Schrift legte. Dabei bemerkt Herr Lefkovits: &#8220;Diese \u00dcbungen haben mir dabei geholfen, meinen Hunger eine Zeit lang zu vergessen. Hunger kann man unterdr\u00fccken, aber Durst nicht&#8221;. Viele Leute um sie herum starben, doch es war &#8220;ordentlich&#8221;, sagt er erneut. &#8220;Man wusste, wer gestorben war, man sprach \u00fcber die Toten und konnte manchmal sogar religi\u00f6se Rituale abhalten. Das war sp\u00e4ter nicht mehr m\u00f6glich&#8221;.<\/p>\n<p>Dann wurde das Lager aufgel\u00f6st. Was folgte, war ein Evakuationstransport. Sie kamen in ein Zwischenlager. Dort empfand Ivan es zum ersten Mal als wirklich gef\u00e4hrlich. Die SS hielt sich zwar m\u00f6glichst aus dem Lager raus, doch er f\u00fcrchtete sich vor seinen Mitmenschen. Die Essensrationen waren klein oder fielen teils ganz aus, sodass viele gezwungen waren, Brot und andere Lebensmittel zu stehlen. So kam der n\u00e4chste Evakuationstransport wie eine Erl\u00f6sung f\u00fcr Ivan. Auf der Reise wurde er die meiste Zeit von einer 18-j\u00e4hrigen Mitgefangenen auf den Schultern getragen. Die Sache, die ihn w\u00e4hrend diesen Tagen st\u00e4ndig begleitete, war die Ungewissheit.<br \/>\nIrgendwann kamen sie in Bergen-Belsen an. Zu allererst wurden sie in eine Entlausungsstation gebracht, wo die Kleider desinfiziert wurden. Danach mussten alle duschen und ihre schmutzigen Kleider wieder anziehen. In Bergen-Belsen lauerte \u00fcberall Gefahr. Als Ivan mit seiner Mutter durch das Tor ging, lagen links und rechts Leichen, aufgestapelt, an die Wand gelehnt. &#8220;Viele die \u00fcberlebt haben, sprechen von herumliegenden Skeletten. Aber es waren nicht einfach nur Skelette. Es waren Skelette mit Haut, die in Halden um uns herum gelegen sind&#8221;.<\/p>\n<p>Im April wurde das Lager von den Nationalsozialisten aufgegeben, der Strom abgestellt, die Tore verriegelt und die Lebensmittel mitgenommen. Diejenigen H\u00e4ftlinge, die noch kr\u00e4ftig genug waren, \u00fcber den Zaun zu klettern, taten dies. Ivan dachte, dass sie nun fliehen w\u00fcrden. Doch einige von ihnen kamen zur\u00fcck mit S\u00e4cken voller Kartoffeln und R\u00fcben. Auch davon nahmen sich die Schnellsten und die Kr\u00e4ftigsten zuerst. F\u00fcr Ivan und seine Mutter blieb nichts \u00fcbrig. Wie Herr Lefkovits bereits erw\u00e4hnte, konnte er den Hunger aushalten. Aber der Durst qu\u00e4lte sie alle grausam. In der N\u00e4he der Baracken befanden sich eigentlich sogar grosse Wasserbecken. Darin schwammen jedoch bereits zahlreiche Leichen und deren Exkremente. Alle im Lager begriffen, dass man dieses Wasser besser nicht trinken sollte. Ivans Mutter verbot es ihm unter allen Umst\u00e4nden, das Wasser zu trinken. &#8220;So wie Adam den Apfel nicht nehmen konnte, durfte ich das Wasser nicht trinken&#8221;. Aber viele taten es dennoch. Der Durst und die Versuchung waren so gross, dass sie sich sagten, sie w\u00fcrden lieber sterben als noch einen Tag l\u00e4nger ohne Wasser zu leben. Herr Lefkovits erinnert sich, dass die meisten von ihnen auch bald tot am Boden lagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ein Skelett, aber noch keine Leiche<\/strong><\/p>\n<p>Am 15. April, einem Sonntag, wurde das Lager von britischen Truppen befreit. In Bergen-Belsen befanden sich zu dieser Zeit 60&#8217;000 internierte H\u00e4ftlinge. &#8220;Ich war das, was man als Skelett bezeichnete. Ich war noch keine Leiche \u2013 ich konnte noch atmen und bin auf allen vieren gekrochen&#8221;. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ivan und die meisten von den anderen H\u00e4ftlingen, die noch am Leben waren, elf Tage ohne Wasser verbracht. Er und seine Mutter hatten sich w\u00e4hrend dieser Zeit die Kartoffelschalen, die liegen geblieben waren, auf die Lippen gelegt, um wenigstens etwas Feuchtigkeit aufzunehmen. &#8220;Und dann kamen die Befreier und sind im Lager herumgefahren. Wir haben alle gejubelt, sofern wir das noch konnten. Aber nach einer halben Stunde sind sie wieder gegangen und wir waren am Boden zerst\u00f6rt&#8221;. Die Befreiungstruppen waren mit der Situation, die sie im Lager vorgefunden hatten, v\u00f6llig \u00fcberfordert. Sie holten Hilfe und organisierten Wasser- und Nahrungstransporte, die aber erst zwei Tage sp\u00e4ter eintrafen. Aus diesem Grund betrachteten Ivan und seine Mutter auch nicht den 15., sondern den 16. April 1944 als den Tag der Befreiung. Der erste Schluck Wasser war der erste Schritt zur\u00fcck in die Freiheit.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Man hat uns doch versprochen, dass niemand zur\u00fcckkommt&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Nach der Befreiung war nicht der Essensmangel das Problem. Es war sein Gegenteil. Viele Leute sind in den folgenden Tagen gestorben, weil ihr Magen sich nicht mehr an das Essen gew\u00f6hnt war&#8221;. In den Monaten nach der Befreiung sind in Bergen-Belsen nochmals 14&#8217;000 der kranken und geschw\u00e4chten ehemaligen H\u00e4ftlinge gestorben. Typhus und Ruhr waren im Lager ausgebrochen. Die Wege, auf denen die Transporte und Krankenwagen fuhren, wurden mit S\u00e4gemehl aufgesch\u00fcttet, um einer Verbreitung der Seuchen so gut wie m\u00f6glich vorzubeugen. Ivan verbrachte die n\u00e4chsten Monate in einem Lazarett, bis er und seine Mutter sich genug erholt hatten, um Mitte Juni nach Pre\u0161ov zur\u00fcckzukehren. Beide hatten erwartet, dort ihre Verwandtschaft wiederzusehen. Doch die einzigen \u00dcberlebenden der Familie waren Ivan, seine Mutter und ihre zwei Schwestern.<br \/>\nVon einigen Nachbarn, die ehrlich waren und den beiden mitteilten, dass sein Vater vor der Deportation bei ihnen Gegenst\u00e4nde deponiert hatte, bekamen sie Wertgegenst\u00e4nde zur\u00fcck. Andere schlugen, nachdem sie die R\u00fcckkehrer gesehen hatten, die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammen und meinten: &#8220;Man hat uns doch versprochen, dass niemand zur\u00fcckkommt&#8221;. Danach war die Slowakei f\u00fcr Ivan pass\u00e9. An diesem Ort wurde seine Familie vernichtet. Als er zw\u00f6lf war, heiratete seine Mutter wieder und sie zogen nach Prag, wo er sp\u00e4ter auch studierte.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Die in Ausschwitz hatten es besser&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erfuhren sie, dass Pavel, Ivans Bruder, und sein Vater umgekommen waren. Nachdem sie im KZ Ravensbr\u00fcck von den beiden getrennt worden waren, blieben sie dort inhaftiert. Formell wurden in Ravensbr\u00fcck keine Vergasungen durchgef\u00fchrt. Doch als die Menge an H\u00e4ftlingen immer weiter zunahm und keine weiteren Kapazit\u00e4ten mehr zur Verf\u00fcgung standen, wurden auch dort die Baracken in Gaskammern umfunktioniert. Sie wurden schnell, notd\u00fcrftig und mangelhaft umgewandelt. Weil sie deshalb undicht waren, dauerte es viel l\u00e4nger, bis man darin starb und das Leiden wurde verl\u00e4ngert. Pavel ist in einer von ihnen gestorben. &#8220;In Ausschwitz kam der Tod wenigstens schnell. Die in Ausschwitz hatten es besser&#8221;, so Herr Lefkovits. Ivan und seiner Mutter erfuhren auch, dass sein Vater in dieser Zeit ermordet wurde. Er wurde mit einigen anderen M\u00e4nnern an die Donau gef\u00fchrt und dort erschossen.<br \/>\nZum Schluss wird Herr Lefkovits nochmals nach der 18-j\u00e4hrigen jungen Frau gefragt, die ihn bei der Aufl\u00f6sung des KZ Ravensbr\u00fcck auf der Reise nach Bergen-Belsen auf den Schultern getragen hatte. Er hat sie 60 Jahre sp\u00e4ter in Israel getroffen. Ein kurzer Moment seines Schweigens macht sichtbar, wie bedeutend dieses Treffen f\u00fcr ihn war.<br \/>\nAuf die Frage, ob es ihm angesichts seiner \u00f6ffentlichen Auftritte nicht schwerfalle, mit seiner Vergangenheit abzuschliessen, meint er: &#8220;Ich selbst habe ja so lange dar\u00fcber geschwiegen. Als es die Leute dann erfuhren, hatten sie viele Fragen. Ich habe nie darauf bestanden, irgendjemandem meine Geschichte zu erz\u00e4hlen. Ich habe mich nie angeboten, doch wenn sie mich fragen, habe ich kein Recht, ihnen nicht zu antworten&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: Judith Santschi Ivan Lefkovits ist einer der letzten verbleibenden Holocaust-Zeitzeugen. Als kleiner Junge hat er die KZ Ravensbr\u00fcck und Bergen-Belsen \u00fcberlebt. 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