{"id":1189,"date":"2019-11-26T22:16:20","date_gmt":"2019-11-26T21:16:20","guid":{"rendered":"http:\/\/kantilive.ch\/?p=1189"},"modified":"2019-11-26T22:16:20","modified_gmt":"2019-11-26T21:16:20","slug":"fazit-politiktag-bringt-der-was","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kantilive.ch\/index.php\/2019\/11\/26\/fazit-politiktag-bringt-der-was\/","title":{"rendered":"Fazit Politiktag &#8211; Bringt der was?"},"content":{"rendered":"<p><em><span style=\"color: #999999;\">(Quelle: Miranda Winter)<\/span><\/em><\/p>\n<p>Fake News, das Sterben des traditionellen, Journalismus und Shitstorms sind Teil der heutigen Informationsgrundlage. Deshalb setzte sich dieses Jahr der Politiktag intensiv mit Medien und Kommunikation in der Politik auseinander. Vierte Klassen, die sich angemeldet hatten, konnten sich am 25. November einen ganzen Morgen mit diesem Thema besch\u00e4ftigen.<br \/>\nDoch sensibilisierte man die Sch\u00fcler tats\u00e4chlich oder war es viel mehr eine weitere M\u00f6glichkeit, um zu schw\u00e4nzen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Politiktag begann um 9.00 Uhr morgens in einer grossz\u00fcgig bestuhlten Aula. Als eine Stimme durch die Lautsprecher ert\u00f6nte, legte sich der L\u00e4rm im Publikum. Die Aufmerksamkeit geh\u00f6rte fortan Daniel Sager, dem TV-Leiter des Medienhauses S\u00fcdostschweiz. Sein 45-min\u00fctiges Referat f\u00fchrte in das Thema des Politiktags ein. Die Schweizer Bev\u00f6lkerung wird tagt\u00e4glich von Medien politisch beeinflusst. Egal ob durch die Zeitung, das Fernsehen oder die sozialen Medien. Die letzteren haben den gr\u00f6ssten Einfluss auf uns Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Und jeder hat eine Absicht, wenn er etwas kommuniziert \u2013 oder eben nicht kommuniziert. Alles hat eine Wirkung beziehungsweise Botschaft auf jemanden. Deshalb r\u00e4t Herr Sager der Sch\u00fclerschaft am Schluss, aktiv darauf zu achten, wer was, aus welchem Grund wie kommuniziert. Denn f\u00fcr eine m\u00f6glichst objektive Meinungsbildung, nicht nur im politischen Sinne, sei dies essenziell.<br \/>\nDas Referat war spannend und motivierte zur weiteren Teilnahme. Kanti live hatte die M\u00f6glichkeit Herrn Sager ebenfalls etwas \u00fcber seine Absichten zu fragen:<\/p>\n<p><strong>Herr Sager, was ist Ihre pers\u00f6nliche Motivation Jugendliche \u00fcber Politik und Medien zu informieren?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch glaube Information ist heute wichtiger denn je. Als ich in diesem Alter war hatte ich Radio, Fernsehen und Zeitung \u2013 that\u2019s it. Ich musste glauben, was darin stand. Die Jugend hat heute so viele zus\u00e4tzliche Medien. Jeder, der will, kann seine Meinung kundtun. Sich in diesem Thema zurecht finden und wissen wie Medien funktionieren, und vor allem wie Politiker kommunizieren mit all diesen verschiedenen Mitteln und wom\u00f6glich auch probieren Meinung zu beeinflussen, dass finde ich extrem spannend. Wenn ich von pers\u00f6nlichen Erfahrungen erz\u00e4hlen kann, dann ist das sowohl f\u00fcr mich spannend als auch die neuen Eindr\u00fccke, die ich durch den Austausch mit euch Sch\u00fclern gewinnen kann, dann liefert dies ebenfalls neue Inputs f\u00fcr uns in unserem Alter.\u201c<\/p>\n<p>Nach einer Pause konnten individuelle Workshops besucht werden. Dabei waren Populismus, Propaganda und Wahlkampf nur ein paar der Inhalte der Workshops. Die Workshops wurden von den verschiedensten Personen geleitet und dauerten eine Stunde. Nicht nur aussenstehende G\u00e4ste aus der Politik und Wirtschaft, sondern auch Sch\u00fcler und Lehrer teilten ihre Erfahrungen. Das Publikum durfte sich also \u00fcber grosses, freiwilliges Engagement der verschiedenen Personen freuen.<\/p>\n<p>Der dritte und letzte Teil fand nach einer weiteren Pause ebenfalls in der Aula Neubau statt. Dies war auch der hitzigste Teil. Franziska Ryser (neugew\u00e4hlte St. Galler Nationalr\u00e4tin der Gr\u00fcnen), Eva Nietlisbach (St. Galler Erziehungsr\u00e4tin der FDP), Prof. Dr. Dieter Thom\u00e4 (HSG Professor f\u00fcr Philosophie), J\u00fcrg Ackermann (Stellvertretender Chefredaktor des St. Galler Tagblatts) und mit leichter Versp\u00e4tung Lukas Reimann (wiedergew\u00e4hlter St. Galler Nationalrat der SVP) versammelten sich von links nach rechts zu einem Podium. Zwei Sch\u00fcler der vierten Lateinklasse moderierten die Diskussion.<br \/>\n\u201ePressefreiheit ist ein zentrales Gut unserer Demokratie\u201c erkl\u00e4rte J\u00fcrg Ackermann dem Publikum auf die Frage hin, wie er Pressefreiheit definieren w\u00fcrde. Die Diskutanten stimmten fast wortlos zu und konnten sich schnell auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Die Unterbindung der Pressefreiheit sei allgemein eine Gefahr f\u00fcr die Demokratie. Mit der Pressefreiheit folge aber auch eine gewisse Verantwortung. So d\u00fcrfe man sich als Schweizer B\u00fcrgerin und B\u00fcrger nicht nur mit einem Medium informieren, da ansonsten die Gefahr bestehe, dass eine Meinung nur aufgrund einer subjektiven Grundlage gebildet werde. Dieter Thom\u00e4 geht sogar soweit und bezeichnet alle, die sich nicht informieren, als schlechte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Sie w\u00fcrden ihre Pflichten nicht erf\u00fcllen, aktiv an der Demokratie teilzunehmen. Mit dieser Aussage provozierte er die Stimmung in der Aula bewusst.<br \/>\nDas Problem seien aber auch die, die sich nur via soziale Medien informieren, erkannte Eva Nietlisbach. Denn in den sozialen Netzwerken ist es so, dass Inhalte ungefiltert auf den Konsumenten treffen. Franziska Ryser best\u00e4tigte die Meinung und machte auf die sogenannte \u201eFilterbubble\u201c aufmerksam. Die Filterbubble beschreibt ein Ph\u00e4nomen, welches vor allem in den sozialen Medien auftritt. So ger\u00e4t man aufgrund von Filtern der grossen Internetplattformen meist nur mit Menschen und Beitr\u00e4gen in Kontakt, deren Meinung man bereits im Vorhinein teilt. Dadurch wird man in seiner eigenen Meinung nur best\u00e4tigt und trifft nie auf gegenteilige Ansichten. Die Diskutanten einigten sich darauf, dass dies die gr\u00f6sste Gefahr der sozialen Medien sei. Dennoch stimmten alle Lukas Reimann zu, als er sagte: \u201eSocial Media ist ein Gewinn f\u00fcr die Freiheit \u2013 f\u00fcr die Vielfalt.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Klassen, die sich angemeldet hatten, fand zwar kein Unterricht nach Stundenplan statt, aber wahrscheinlich war der Politiktag um einiges informativer. Die, die sowieso im Vorhinein nicht nur keine Lust auf Schulunterricht hatten, konnten viel von einem gelungenen Politiktag profitieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Quelle: Miranda Winter) Fake News, das Sterben des traditionellen, Journalismus und Shitstorms sind Teil der heutigen Informationsgrundlage. 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