{"id":5235,"date":"2025-03-15T15:57:04","date_gmt":"2025-03-15T14:57:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kantilive.ch\/?p=5235"},"modified":"2025-03-15T15:57:04","modified_gmt":"2025-03-15T14:57:04","slug":"i-giacometti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kantilive.ch\/index.php\/2025\/03\/15\/i-giacometti\/","title":{"rendered":"I Giacometti"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Wochen wurde unsere Schule in eine kleine Kunstgalerie verwandelt. Anlass war eine besondere Ausstellung im Mittelrisalit, die dem Schweizer Bildhauer und Maler Alberto Giacometti gewidmet war. Manch einer kennt ihn von seiner Abbildung auf der ehemaligen 100-Franken-Note oder durch seine charakteristischen langgezogenen Figuren.<\/p>\n<p>Ein Highlight des Projekts war zudem die Vorf\u00fchrung des 2023 erschienen Schweizer Films <em>I Giacometti<\/em> an unserer Schule. Der Film beleuchtet das Leben und Schaffen einer aussergew\u00f6hnlichen K\u00fcnstlerfamilie und gibt spannende Einblicke in deren kreative Welt und Heimat. So hatten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler am 18. Februar die M\u00f6glichkeit, sich intensiver mit Giacometti auseinanderzusetzen. Der Film ist auch auf nanoo.tv zu finden.<\/p>\n<p>Hinter diesem einzigartigen Projekt stehen zwei engagierte Initiantinnen, die mit ihrer Idee sowohl Lehrpersonen als auch Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen begeistert haben. Ich hatte die Gelegenheit, ihnen einige Fragen zu ihrer Motivation und der Umsetzung des Projekts zu stellen. Doch zuerst einige Informationen zu Giacometti und seinem Leben.<\/p>\n<p>Albert Giacometti wurde 1901 in Stampa im b\u00fcndnerischen Bergell geboren. Von seinem Vater Giovanni Giacometti, einem bekannten postimpressionistischen Maler, bekam er die Leidenschaft zur Kunst mit. 1919 beginnt er sein Kunststudium in Genf, welches er jedoch bald abbricht. Er zieht nach Paris und arbeitet gemeinsam mit seinem Bruder Diego in einem Atelier und dort wird Alberto f\u00fchrender K\u00fcnstler der Avantgarde. Er kommt in Kontakt mit vielen weiteren ber\u00fchmten K\u00fcnstlern, unter anderem Pablo Picasso, dem Schweizer Dadaisten Hans Arp oder sp\u00e4ter dem Surrealisten Dal\u00ed. Nach einer schwereren Zeit mit dem Tod seiner Schwester Otilia und dem Zweiten Weltkrieg kehrt Alberto in sich und entwickelt einen eigenen, gut wiedererkennbaren Stil. Er verstirbt 1966.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Unter welchem Anlass kam die Ausstellung und die Filmschau des Filmes \u2018I Giacometti\u2019 an der KSBG zustande?<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>E. Rothenberger: Im November 2024 wurde der zw\u00f6lfte Austausch mit der Liceo Classico Europeo Uccellis in Udine vorbereitet und ich wollte, dass unsere Partner einmal eine andere Seite der Schweiz kennenlernen k\u00f6nnten, die nicht nur aus Schokolade, K\u00e4se und Uhren besteht. Vor zwei Jahren hatte ich die Ausstellung \u201eAlberto Giacometti. Una ricerca senza fine\u201c im Coll\u00e8ge Champittet-Pully (Lausanne) anl\u00e4sslich des 100. Geburtstages von Don Luigi Giussani, einem katholischen Priester, der in den 1960er-Jahren vielen jungen Gymnasiasten die Vern\u00fcnftigkeit des Glaubens nahebrachte, indem er am Berchet-Gymnasium in Mailand Religion unterrichtete und sie f\u00fcr Kunst, Literatur und Musik als K\u00fcnste begeisterte, in denen die Suche nach dem Sinn des Lebens und der Sch\u00f6nheit, die ihm zugrunde liegt, zum Ausdruck kommen kann. Ich war sehr beeindruckt von den jungen Kuratoren, Frau Letizia Volpin, einer Italienerin, die an der Universit\u00e4t Neuenburg lehrt, ihrem Mann Matteo Segato, einem Architekten, der in Paris und der Schweiz lebt und arbeitet, und drei weiteren Freunden von ihnen. Sie waren anwesend, um ihre Recherchen \u00fcber Giacometti zu erz\u00e4hlen und das Publikum durch die Ausstellung zu f\u00fchren. Ihre Leidenschaft f\u00fcr die Kunst, ihr Aufenthalt in der Schweiz und die daraus folgenden Auseinandersetzung mit der Schweizer Kultur und ihr Glaube, der ihnen von Menschen vermittelt wurde, die Don Giussani gekannt hatten, haben sie dazu bewegt, die Herausforderung anzunehmen, Alberto Giacometti zu vertiefen anhand von Texten von ihm und von Don Giussani und darzustellen, was sie auf ihrer Suche gefunden hatten.<\/p>\n<p>Seitdem hatte ich einen Floh im Ohr, der mich mit dem Wunsch zur\u00fcckliess, diese Ausstellung an unsere Schule zu bringen, und diese Gelegenheit kam mit den Udinesi und mit meiner Anfrage an die Fachgruppe Bildnerisches Gestalten, ob sie sich beteiligen wollen, und der Entdeckung, dass Stephanie Eberle an der Koproduktion des Films \u00abI Giacometti\u00bb mitgearbeitet hatte.<\/p>\n<p>Eberle: Eleonora Rothenberger hat die Ausstellung organisiert. Es war ihre Idee, etwas zu Giacometti zu machen. Darauf hat sie mich angesprochen, ob ich sie bei der Ausstellung unterst\u00fctzen w\u00fcrde und in diesem Zusammenhang auch den Film \u00abI Giacometti\u00bb an der Schule vorzustellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Fanden die Ausstellung und der Film Anklang bei Sch\u00fclerschaft und Lehrerschaft?<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Rothenberger: Ja, sehr. Die Udinesi, aber auch die 3. Klassen mit Schwerpunktfach Italienisch und einige ISME-Klassen, die an der Er\u00f6ffnung anwesend waren, sagten, dass es sehr interessant war und dass sie Neues \u00fcber die Schweiz und das Bergell erfahren konnten. Diverse Kolleg*innen haben mir positives Feedback zur Ausstellung gegeben.<\/p>\n<p>Eberle: Beim Filmabend kamen einige interessierte SuS sowie Lehrpersonen. Bei dieser Gelegenheit gab es spannende Gespr\u00e4che und ich erz\u00e4hlte \u00fcber die Produktions- sowie Dreharbeiten des Dokumentarfilmes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Die Texte der Ausstellung sind alle auf Italienisch, welche Gr\u00fcnde gab es dazu?<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Rothenberger: Es wurde sehr gesch\u00e4tzt, dass die Texte der Ausstellungspanele auf Italienisch, aber die Ausstellungsflyer auf Franz\u00f6sisch waren, da sie dieselbe waren, die in Lausanne aufgestellt wurden. Eine \u00fcberraschende Interdisziplinarit\u00e4t und eine Mehrsprachigkeit waren so vorhanden.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren zum einen die Originalsprache der Kuratoren, zum anderen die Muttersprache der Texte des Mail\u00e4nder Priesters und zum anderen der Kontext des Bergells, wo ein Dialekt zwischen Ladinisch und Italienisch gesprochen wird, und nicht zuletzt die italienische Sprache als eine der Amtssprachen des Kantons Graub\u00fcnden, in dem das Tal Bergell liegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Was sch\u00e4tzen Sie besonders an der M\u00f6glichkeit, eine solche Ausstellung an der Kanti zu machen?<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Eberle: Es war eine gute Gelegenheit, das Thema interessierten Personen in der Form einer\u00a0 Ausstellung und Filmpr\u00e4sentation n\u00e4her zu bringen.<\/p>\n<p>Rothenberger: Die Sch\u00f6nheiten der R\u00e4ume, die M\u00f6glichkeit des Lernens \u00fcber Ereignisse, die anders sind als die schulische Routine, das Angebot f\u00fcr die SuS, einer Erweiterung ihrer Horizonte mit Interdisziplinarit\u00e4t und Mehrsprachigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Wie lief die Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Italienisch, w\u00fcrden sie solche f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Projekte in Zukunft nochmal machen?<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Eberle: Die Zusammenarbeit mit Italienisch fand ich sehr spannend. Wir merkten w\u00e4hrend der Arbeit, dass genau das interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit ist und wir konnten uns aus unseren Fachbereichen ideal erg\u00e4nzen. Gerne machen wir das auch in Zukunft wieder!<\/p>\n<p>Rothenberger: Wir haben in der FG vorher dar\u00fcber gesprochen und die Tatsache, dass man die M\u00f6glichkeit haben kann, die italienische Sprache als lebendig und pr\u00e4sent in der Schule zu haben, und zwar in Verbindung mit Kunst und Franz\u00f6sisch, hat uns schon \u00fcberzeugt. Schon letztes Jahr im Mai haben wir zudem eine Theaterauff\u00fchrung auf Italienisch mit deutschen Untertiteln angeboten, welche nicht nur f\u00fcr Schwerpunktfach-SuS gedacht worden war, sondern f\u00fcr die ganze Sch\u00fclerschaft, um die SuS f\u00fcr diese offizielle Sprache der Schweiz und an die Performing Arts zu sensibilisieren. Dieses Jahr werden wir auch am 1. April um 19:00 Uhr in der Aula Neubau ein f\u00e4cher\u00fcbergreifendes Projekt anbieten, mit einem Musical mit dem Titel \u00abLa Locandiera. A Long Play\u00bb, in dem wir Italienisch und Musik kombinieren. Ihr seid alle herzlich willkommen. In diesen Spuren wollen wir sicher weiter weitergehen\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto zeigt: Alberto Giacometti an der 31. Biennale in Venedig, 1962, gemacht von: Ugo Mulas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Wochen wurde unsere Schule in eine kleine Kunstgalerie verwandelt. 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