{"id":785,"date":"2019-06-25T11:43:27","date_gmt":"2019-06-25T09:43:27","guid":{"rendered":"http:\/\/kantilive.ch\/?p=785"},"modified":"2019-06-26T16:47:18","modified_gmt":"2019-06-26T14:47:18","slug":"zu-meiner-zeit-hat-es-gereicht-wenn-gesagt-wurde-dass-es-musik-gibt-und-es-nichts-kostet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kantilive.ch\/index.php\/2019\/06\/25\/zu-meiner-zeit-hat-es-gereicht-wenn-gesagt-wurde-dass-es-musik-gibt-und-es-nichts-kostet\/","title":{"rendered":",,Zu meiner Zeit hat es gereicht, wenn gesagt wurde, dass es Musik gibt und es nichts kostet\u2019\u2019"},"content":{"rendered":"<p>(<span style=\"color: #808080;\"><em>Bild: Harald Greve<\/em><\/span>)<\/p>\n<p>Harald Greve ist Religionslehrer an unserer Schule, aber auch Pfarrer in der evangelischen Kirche. Eine Mischung, der man nicht jeden Tag \u00fcber den Weg l\u00e4uft. Darum haben wir uns hingesetzt und mit ihm \u00fcber ,,Gott und die Schule\u2019\u2019 geredet.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Erz\u00e4hlen Sie doch mal, wie sind Sie zum Theologie Studium gekommen und wie sind Sie dann Lehrer und Pfarrer geworden? <\/strong><\/p>\n<p>,Urspr\u00fcnglich bin ich bis zum 20 Lebensjahr in der kirchlichen Jugendarbeit involviert gewesen, das bedeutet, dass ich von der Betreuung von Kinderlagern bis zu Jugendlagern alles durchlaufen habe. Danach wollte ich Sozialp\u00e4dagogik studieren, um mich in diesem Beruf zu bet\u00e4tigen, habe aber nach zwei Semestern festgestellt, dass dies nicht meine Welt ist. Darum habe ich mich dann mit dem Theologie Studium befasst.<\/p>\n<p>Vor dem Studium hatte ich ein mulmiges Gef\u00fchl, weil ich wusste, dass man noch einiges an Sprachen nachholen musste. Trotzdem habe ich mich aber f\u00fcr das Studium entschieden, weil ich mir vorstellte, dass wenn ich Pfarrer werde, meine Ziele besser umsetzen kann.<\/p>\n<p>So fing ich in Hamburg an zw\u00f6lf Semester Theologie zu studieren. Durch die Sprachausbildung hat das Studium lange gedauert. Im Studium war aber auch eine Lehrerausbildung miteingeschlossen. So konnte ich beide Berufe erlernen und war dementsprechend vorbereitet.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie mit beiden Berufen gleichzeitig angefangen?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, das nicht. Ich bin dann zuerst in den Pfarrerberuf gegangen.<\/p>\n<p><strong>Sie sind schon wie lange Lehrer?<\/strong><\/p>\n<p>An der KSBG bin ich seit 2005.<\/p>\n<p><strong>Vorher haben Sie nicht unterrichtet?<\/strong><\/p>\n<p>Doch, zum Pfarrerberuf geh\u00f6rt nat\u00fcrlich der Religionsunterricht an den Schulen dazu. Von daher war ich, was den Kontakt zu Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern angeht, schon von der beruflichen Seite involviert.<\/p>\n<p><strong>Gibt es \u00c4hnlichkeiten in den zwei Berufen<\/strong>?<\/p>\n<p>Im Pfarrerberuf bin ich zust\u00e4ndig f\u00fcr verschiede Altersgruppen. Diejenigen im Berufsleben, Pensionierte, Jugendliche und weitere. Das Spektrum ist recht gross, daher bin ich der Herausforderung, mich auf neue Menschen und Lebenssituationen einzustellen, gewohnt. Im Beruf als Lehrer ist es sehr \u00e4hnlich, wenn auch nicht in einem so grossen Spektrum.<\/p>\n<p><strong>Ist es eine grosse Herausforderung neutral gegen\u00fcber den Sch\u00fclern zu bleiben?<\/strong><\/p>\n<p>Ich unterscheide strikt zwischen der pers\u00f6nlichen Meinung und meinem Auftrag als Lehrer und Pfarrer. Das sind f\u00fcr mich klar zwei verschiedene Dinge. Nat\u00fcrlich muss ich hinter dem stehen, was ich sage, sei es im Gottesdienst oder im Unterricht. Ich verstehe meinen Auftrag als Pfarrer nicht so, dass ich Leute zum Glauben \u00fcberreden soll, sondern ich m\u00f6chte ihnen helfen mit ihrem Glauben klarzukommen. Den Sch\u00fclern m\u00f6chte ich auch helfen, mit all den verschiedenen Religionen klarzukommen.<\/p>\n<p><strong>Also war das noch nie ein Problem f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, denn ich war nie derjenige Lehrer, der Sch\u00fcler von etwas \u00fcberzeugen m\u00f6chte. Viel mehr m\u00f6chte ich die Inhalte \u00fcberbringen, welche ich f\u00fcr wichtig empfinde im Zusammenhang mit den verschiedenen Religionen. Meine Aufgabe ist es nicht, bestimmte \u00dcberzeugungen zu \u00fcbermitteln, daher sehe ich komplett keine Schwierigkeiten dabei.<\/p>\n<p><strong>Denken Sie die heutige Jugend ist noch interessiert an der Religion oder war es fr\u00fcher anders? <\/strong><\/p>\n<p>Der Besuch der institutionellen Kirchen der Landeskirchen in der Schweiz ist ein Teil der Jugend. Wenn wir von der Jugend allgemein sprechen, dann bin ich der Meinung, dass die heutige Jugend viel aufgeschlossener ist, weil sie sich sehr schnell informiert und nicht darauf angewiesen ist, die Erwachsenen zu fragen. Sie kann auf Informationen zugreifen und sich entsprechend vorbereiten.<\/p>\n<p><strong>Sehen Sie ein Problem darin? <\/strong><\/p>\n<p>Ja, denn im Ganzen liegt auch ein Punkt, der schwierig ist. Die heutige Informationsbeschaffung ist sehr leicht und somit ist es auch leicht, die Jugend zu verleiten. Das Problem ist, dass nicht hinterfragt wird. Es werden schnell Meinungen gemacht und \u00dcberzeugungen \u00fcbernommen. Hier ist es die Aufgabe der Schule oder des Vereins, den Jugendlichen aufzuzeigen, dass man hinterfragen muss und wie man sich ein Bild macht, mit guten und vertraulichen Informationen.<\/p>\n<p><strong>Denken Sie, dass die Jugend sich heute eine bessere, eigene Meinung bilden kann, weil wir mehr Quellen haben als fr\u00fcher? <\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, dass die heutige Jugend sehr viel offener ist. Ich erlebe, das was fremde Religionen angeht, dass sie ganz schnell bereit dazu sind, zuzuh\u00f6ren und sich Gedanken zu machen. Im Vergleich zu fr\u00fcher sind sie viel offener. Sie gehen auch an diese fremden Dinge gut vorbereitet heran, weil sie schon sehr viele Informationen mitbekommen, die fr\u00fcher so nicht weitergegeben wurden. Fr\u00fcher war die Jugend eingeschr\u00e4nkter. Was jetzt besser oder schlechter ist, das kann ich nicht sagen. Es h\u00e4ngt von der Pers\u00f6nlichkeit ab. F\u00fcr einige Jugendliche ist es wichtig, dass sie Halt haben, f\u00fcr andere nicht.<\/p>\n<p><strong>Gibt es heutzutage mehr Programme f\u00fcr die Jugendlichen in den Landeskirchen als fr\u00fcher? <\/strong><\/p>\n<p>Es ist ein ganz schwieriger Wettbewerb, Jugendliche f\u00fcr kirchliche Belange zu gewinnen. Die Jugendlichen sind viel kritischer. Sie haben mehr M\u00f6glichkeiten, sich irgendwo zu engagieren oder mitzumachen. Zu meiner Zeit hat es gereicht, wenn gesagt wurde, dass es Musik gibt und es nichts kostet. Heute ist es nicht mehr so. Durch das Internet k\u00f6nnen auch viel schneller Interessengruppen gebildet werden, das haben wir bei den Demonstrationen zum Klimawandel gesehen. Institutionelle Kirchen haben es schwierig. Im Kanton St.Gallen macht man sehr viel mit Angeboten f\u00fcr Jugendliche, welche in meinen Augen auch zeitgem\u00e4ss sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Bild: Harald Greve) Harald Greve ist Religionslehrer an unserer Schule, aber auch Pfarrer in der evangelischen Kirche. 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