Peak Performance – Sprachen sind der Schlüssel zur Welt

Ein Beitrag von Leonhard Kick und Christopher Hamburger

Oh nein, eine Doppelstunde Fremdsprachen! Schon wieder, das bringt mir doch sowieso nichts 

Sicher? Wieso lernen wir denn überhaupt andere Sprachen? Woher kommen all die verschiedenen Sprachen? Wie lerne ich am effizientesten eine Fremdsprache?  

In diesem Artikel werden wir diesen und noch vielen weiteren Fragen auf den Grund gehen. Wir widmen uns unter anderem den Indoeuropäischen Sprachen, welche eng mit unserer Kultur und heutigen Sprache verknüpft sind. Zudem behandeln wir einige bewährte Methoden zum Erlernen neuer Sprachen. 

Welcome, bienvenido, bienvenubenvenuto欢迎 

Turmbau zu Babel

Es lebten einmal zwei junge, einfache Handwerker namens Chris und Leo in dem fernen Königreich Schinar. Eines Tages hörten sie von einem Bauprojekt in der Stadt Babel, bei dem ein Turm bis in den Himmel gebaut werden sollteSie waren natürlich sofort Feuer und Flamme dafür und reisten auf der Suche nach Ruhm und Reichtum nach Babel. Dort suchten sie den Baumeister auf und boten ihm ihre Fertigkeiten an, welche dieser dankend annahm. Die Bauarbeiten gingen zügig voran und der Turm wuchs Stockwerk um Stockwerk. Die Verständigung zwischen den Arbeitern und Arbeiterinnen, die aus aller Welt kamen, um bei dem gewaltigen Projekt mitzuarbeiten, lief problemlos.  

Als plötzlich, eines Morgens, aus heiterem Himmel ein Chaos ausbrach, mussten Chris und Leo nicht lange suchen, bis sie die Ursache gefunden hatten: Alle Arbeiter sprachen plötzlich nur noch die Sprache ihres Heimatlandes und eine funktionierende Kommunikation war unmöglich. Der Bau des Turmes musste gezwungenermassen abgebrochen werden und alle Arbeiter*innen nach Hause gehen 

Die zwei ehrgeizigen jungen Handwerker liessen sich von so etwas jedoch nicht unterkriegen und berieten sich, wie sie derartige Rückschläge in Zukunft verhindern könnten. Sie mussten nicht lange überlegen, denn die Antwort war eindeutig: Sprachen. Hätten die Bauleiter*innen die jeweiligen Landessprachen der Arbeiter*innen beherrscht, wäre eine Koordination der Arbeiten kein Problem gewesen. Sie beschlossen ihren weisen Mentor aufzusuchen, um sich von ihm in den Sprachen der Völker der Erde unterrichten zu lassen. Von nun an stand ihrer Karriere nichts mehr im Wege und sie errichteten noch viele gewaltige Bauwerke, mit der Hilfe von Handwerkern*innen, Architekten*innen und Arbeitern*innen aus der ganzen Welt.  

Schauen wir mal genauer hin, wie die Wissenschaft die Entstehung von Sprachen erklärt. 

Sprachgeschichte – Alle fünf Tage stirbt auf der Welt eine Sprache 

Der Begriff «Sprache» beinhaltet alle komplexen Systeme der Kommunikation. Also sowohl die menschlichen Lautsprachen als auch Gebärden-/Zeichensprachen, konstruierte Sprachen wie Morse-Codes oder das binäre System, mit dem unsere Handys laufen. Sogar die im Tierreich existierenden Kommunikationsmethoden wie die Tanzsprache der Bienendie auf Duftstoffen basierte Verständigung zwischen Ameisen oder die Walgesänge, fallen unter den Begriff Sprache. Bei den menschlichen Sprachen unterscheidet man zwischen Lautsprachen und Gebärdensprachen. Die geschriebene Sprache ist meist ein Abbild der Lautsprache.  

Die Sprache ist ein fester Bestandteil unseres Lebens und in allen Bereichen unseres Alltags zu finden. Sie wird in allen Bereichen der Wissenschaft benötigt, ja auch in der Mathematik, hier einfach in Form von Zahlen und Formeln.   

Zurzeit gibt es auf der Welt etwa 6000 bis 7000 unterschiedliche Sprachen. Bedauernswerterweise sind viele davon vom Aussterben bedroht und Schätzungen zufolge werden ganze 90 % am Ende dieses Jahrhunderts verschwunden sein. Alle fünf Tage stirbt auf der Welt eine Sprache. Jede erloschene Sprache bedeutet gleichzeitig auch ein grosser kultureller Verlust für die Menschheit. Nehmen wir als Beispiel Latein, das zum Glück durch viele erhalten gebliebene Schriften und im Zusammenhang mit seiner Verwendung als wissenschaftliche Sprache bis in die frühe Neuzeit, noch bestehen geblieben ist. Wäre diese Sprache nicht weiter gelehrt und beforscht worden, wäre es für uns heutzutage nur schwer möglich, einen grossen Teil unser westlich-europäischen historischen Vergangenheit zu ergründen und eine riesige Menge an literarischen Texten wäre verloren gegangen.  

Doch es gibt auch Hoffnung, denn jede Sprache gilt als immaterielles Kulturerbe, wird deshalb von der UNESCO geschützt und unterliegt somit internationalem Schutz. In vielen Teilen der Erde versucht man mit politischen und rechtlichen Mitteln und Initiativen dem Aussterben bedrohter Sprachen entgegenzuwirken.  

Ursprung und Entwicklung bis heute  

Wie wurde die Sprache zu dem, was sie heute ist? Wie konnten unsere Vorfahren ein derart komplexes, vielfältiges und nützliches Mittel zur Kommunikation entwickeln? Bis aus dem steinzeitmenschlichen Grunzen, das wurde, was wir heute in der Poesie von berühmten Dichtern*innen wie etwa Goethe oder Schiller wieder finden, sind viele tausend Jahre vergangen. Diese Geschichte von unserer Sprache werden wir jetzt etwas genauer unter die Lupe nehmen.  

Die indogermanischen Sprachen stammen von einer nicht mehr erhaltenen Muttersprache ab, dem Urindogermanischen, welches seine Ursprünge wahrscheinlich im Gebiet um das Schwarze Meer, nahe des Kaukasus Gebirges hatte. Von dort aus hat es sich im Rahmen vieler Völkerwanderungen in einem Zeitraum ca. 4000 bis 2000 v. Chr. in ganz Europa, aber auch in grossen Teilen Asiens und Afrika verbreitet. Eine zweite gewaltige Expansion erlebte das indogermanische im 15. Jahrhundert im Rahmen der europäischen Kolonien und des derzeit herrschenden KolonialismusDieses Zeitalter ist ein Schandfleck für die Europäer. Sie sind bei ihrer Expansion sehr rücksichtslos vorgegangen, haben einige Völker fast vollständig ausgerottet und vielen weiteren ihre Kultur und somit auch ihre Sprache aufgezwungen. Doch das ist eine andere, lange Geschichte, deshalb zurück zum Thema.  

Das Konzept der Sprachfamilien, wie wir es heute kennen, entwickelte sich durch die Verwandtschaften und Ähnlichkeiten der jeweiligen SprachenEine genaue Rekonstruktion war nicht nur durch Texte und Schriften, sondern auch durch Hypothesen, Gemeinsamkeiten der grammatischen Formen und verwandter Wörter möglich. Das Schweizerdeutsche, die Umgangssprache in unserer Region gehört auch zu den Indoeuropäischen Sprachen, ist jedoch keine eigenständige Sprache, sondern nur ein Dialekt, eine Form des Alemannischen. 

Natürlich sind nicht alle der weltweit vorhandenen 6000 bis 7000 Sprachen international gleichbedeutend. Es gibt sogenannte Verkehrssprachen, wie Chinesisch, Spanisch oder auch Portugiesisch, die weltweit von Milliarden von Menschen beherrscht werden. Hier eine Übersicht von den 10 weltweit verbreitetsten Sprachen. Wie ihr unten seht, gehört der Grossteil von ihnen zu den oben behandelten indogermanischen Sprachen.  

Rang  Sprache  Muttersprachler*innen  Zweitsprachler*innen  Gesamtsprecher*innen  Meiste Muttersprachler*innen in… 
1  Englisch  370 Mio.  898 Mio.   1.268 Mio.  USA, GB 
2  Mandarin-Chinesisch  921 Mio.  199 Mio.  1.117 Mio.  China, Taiwan 
3  Hindi  342 Mio.  295 Mio.  637 Mio.  Indien 
4  Spanisch  463 Mio.  75 Mio.  538 Mio.  Mexico, Spanien, Kolumbien 
5  Französisch  77 Mio.  199 Mio.  280 Mio.  Frankreich 
6  Hocharabisch    274 Mio.  274 Mio.  Ägypten, Algerien, Saudi-Arabien 
7  Bengalisch  228 Mio.  37 Mio.  265 Mio.  Bangladesch, Indien 
8  Russisch  154 Mio.  104 Mio.  258 Mio.  Russland, GUS-Staaten 
9  Portugiesisch  228 Mio.  24 Mio.  252 Mio.  Brasilien, Portugal 
10  Indonesisch  44 Mio.   155 Mio.  199 Mio.   Indonesien 

Indogermanische Sprachen – Afroasiatische Sprachen – Sinotibetische Sprachen – Austronesische Sprachen 

Obwohl Englisch zwar die weltweit meistgesprochene Sprache ist, gibt es ganze 6,3 Milliardendie sie nicht beherrschen. Wenn man also mit fremden Kulturen in Kontakt kommen und neue Menschen kennenlernen möchte, ist das Beherrschen von mehreren Sprachen unabdingbar. Dies haben wir auch in der Geschichte vom Turmbau zu Babel gesehen. 

Wie lernt man eine neue Sprache? 

Im Lernen von Fremdsprachen haben wir alle schon eine gewisse Erfahrung. In der Schule lernen wir über viele Jahre hinweg neben unserer Muttersprache Deutsch auch die Fremdsprachen Englisch und Französisch, manche von uns auch noch Spanisch, Italienisch, Chinesisch oder Latein.  

Für viele Jugendliche ist das Erlernen einer Fremdsprache jedoch eher eine Qual und ein Muss als ein Privileg. Dies liegt vielleicht zum Teil an der «traditionellen Art», wie Sprachen in der Schule unterrichtet werden. Dies unterscheidet sich zwar von Lehrperson zu Lehrperson, teilweise wird aber viel Wert auf das Memorisieren von Grammatikregeln und das monotone Erlernen neuer Vokabeln gelegt. An sich ist das auch ein wichtiger Teil auf dem Weg zum Erlernen einer neuen Sprache, schreckt aber viele Schüler*innen ab oder verdirbt ihnen die Freude an neuen Sprachen. Viele renomierte Sprachwissenschaftler*innen sind der Meinung, dass es wichtiger ist, anfangs durch SEHR viel Zuhören und dann später auch durch Lesen und Gespräche mit Muttersprachlern und Muttersprachlerinnen mit der Sprache in Kontakt zu kommen. So lernen wir ihre Strukturen kennen und entwickeln ein Gefühl für die Sprache. Denn eigentlich ist das Erlernen einer Sprache ein aufregender, spannender Prozess, der wie oben schon erwähnt, zahlreiche Früchte trägt. 

Oft wird die Weise, wie Babys ihre Muttersprache lernen, mit der „traditionellen Art“ verglichen. Dabei stellt man fest, das Babys gar keine Grammatik lernen müssen und die Sprache mit der Zeit trotzdem auf hohem Niveau beherrschen. Babys lernen die Sprache nämlich nicht, sie erwerben sie. Sie lernen nicht stundenlang irgendwelche Vokabeln und Grammatikregeln auswendig. Nein, sie hören anfangs, zuerst im Bauch ihrer Mutter und dann in ihren ersten Monaten, nur zu. Sie hören, hören und hören bis sie versuchen, das gehörte nachzusprechen. 

 Jetzt sind wir natürlich keine Kleinkinder mehr und mit uns wird nicht ständig liebevoll in der gewünschten Sprache gesprochen. Trotzdem gibt es unzählige Möglichkeiten und Hilfsmittel, eine Sprache zu erlernen. Es ist wichtig sich mit der Sprache so oft wie möglich „auszusetzen“. In den folgenden Abschnitten stellen wir euch einige, von Studien belegten Tipps vor, eine Sprache effektiv und hoffentlich mit Spass zu erwerben. 

Tipp 1: Gespräche führen 

Ein Hauptgrund für viele Leute eine Fremdsprache zu lernen ist, dass sie so die Fähigkeit haben mit Menschen anderer Länder zu kommunizieren, sich in deren Kultur zu versetzen und neue Freunde und Freundinnen zu gewinnen. Wenn man eine Sprache erwirbt, ist das „ultimative Ziel“ oft, diese fliessend zu beherrschen. Um eine Sprache fliessend zu sprechen muss man natürlich viel Zeit damit verbringen, sie zu benützen. Gespräche in der Zielsprache sind eine der wichtigsten Formen, um eine Sprache zu erwerben. Speziell Gespräche mit Muttersprachler*innen sind hilfreich, denn man kann kaum näher an eine Sprache rankommen als durch ein Gespräch mit Personen, die diese schon perfekt beherrschen. Jedoch hat man oft keine*n Muttersprachler*in im direkten Umfeld. Vielleicht hast du aber eine*n Bekannte*n aus dem Land, in dem diese Sprache gesprochen wirst, und du müsstest diese Person nur anrufen. Vielleicht kennst du einen türkischen Laden nicht weit weg von der Schule und könntest mit dem Besitzer auf Türkisch sprechen und ihm somit eine Freude machen. Vielleicht gehst du gerne in dieses eine chinesische Restaurant und müsstest nur mit dem/der Kellner*in sprechen, um mit der Zielsprache in Kontakt zu kommen und dabei auch noch neue Bekanntschaften zu schliessen.  

Eine zusätzliche Methode stellen sogenannte „Language parents“ dar. Hier findet man eine*n Partner*in, der*die die Sprache, die man sich zum Ziel gesetzt hat als Muttersprachler*in beherrscht und der*die deine Muttersprache lernen will. Man trifft sich (aufgrund der Pandemie nun online) und spricht für eine gewisse Zeitspanne die eine Sprache und wechselt dann für die gleiche Zeit zur anderen Sprache. Die App HelloTalk kann auch bei diesem Thema weiterhelfen. Ausserdem ist es sehr wichtig, so konsequent und oft wie nur möglich in der vorgenommenen Sprache zu sprechen und diese so vielfältig wie möglich einzusetzen versuchen.  

Natürlich sind auch Gespräche mit anderen Lernenden sehr hilfreich, denn so hilft man sich gegenseitig weiter und beide profitieren. Man kann Tipps miteinander teilen und sich gegenseitig motivieren. Mit wem auch immer, Gespräche in der Zielsprache sind äusserst wichtig, um sich in dieser zu verbessern und die Motivation zu behalten. 

Tipp 2: Lesen, lesen, lesen 

In der Zielsprache zu lesen ist sehr wichtig, um die Struktur der Sprache zu festigen, neues Vokabular zu entdecken und altes zu repetieren und auf das nächste Level zu gelangen. Durch Bücher wird das Sprachverständnis gesteigert und die Auseinandersetzung mit der Sprache wird mit etwas Interessantem verknüpft. Natürlich müssen es nicht nur Bücher sein. Such dir am besten einfach nicht irgendetwas in deiner Zielsprache aus, sondern etwas, was dich sowieso interessiert und für was du sowieso eine Leidenschaft hast.  

Du könntest zum Beispiel die Zusammenfassung des Fussballspiels deines Lieblingsvereins oder die neuesten Informationen zur Präsidentschaftswahl lesen. Sobald du jedoch das Grundlegende beherrschst und dich sicher fühlst, mit der Sprache umzugehen, empfiehlt es sich sehr, sich mit komplexerer Literatur auseinanderzusetzen. Speziell wenn du meinst, gerade keine Fortschritte zu machen ist ein interessantes Buch in der Zielsprache möglicherweise die Lösung. 

Tipp 3: Digitale Medien nutzen 

Menschen lernen schon lange Sprachen, doch im Gegensatz zu früheren Generationen haben wir einen immensen Vorteil: das Internet. Wir haben Mobiltelefone, Computer und iPads, mit denen man unglaublich viel, speziell im Bereich Sprachen, anstellen kann. Das sind extrem praktische Hilfsmittel, also gebrauche sie!  

Im Internet gibt es Unmengen an Ressourcen, Artikeln, Websites und Videos, die nur darauf warten von dir entdeckt zu werden. Durch Podcasts kannst du dir, was auch immer dich interessiert, wann immer du willst anhören. Möglicherweise schaust du gerne Serien und könntest, die Sprache ändern. Wenn du dich noch nicht ganz bereit fühlst kannst du auch Untertitel verwenden. Ausserdem wird in Serien und Podcasts oft ziemlich umgangssprachlich gesprochen, was sehr hilfreich ist. Wenn du das nicht schon tust, versuch doch mal Musik in deiner Zielsprache zu hören und Künstler*innen zu finden, die dir gefallen.  

Die digitalen Medien sind extrem hilfreich und werden leider oft unterschätzt. In Wirklichkeit sind die digitalen Medien ein unglaubliches Werkzeug, das uns sehr weiterhelfen kann, wenn wir es nur richtig zu benutzen versuchen. Hier noch einige Ideen in der Kurzfassung, wie du dein Mobiltelefon nutzen kannst, um deine Zielsprache schneller zu lernen: 

  • Serien in der Zielsprache schauen (am besten ohne Untertiteln oder mit Untertiteln in der Zielsprache). 
  • Podcasts in der Zielsprache hören. 
  • YouTube-Videos in der Zielsprache schauen. 
  • Musik in der Zielsprache hören. 
  • Blogs in der Zielsprache lesen. 
  • Deine Spracheinstellungen in die Zielsprache ändern. 
  • Mit Freunden, die Muttersprachler sind, telefonieren. 
  •   

Wir empfehlen ausserdem, Ressourcen zu benutzen, die auf einem wenig höherem Niveau sind, als dein sprachliches Level momentan ist. So verbessert man sich und kommt weiter. Es soll möglichst herausfordernd sein und nie zu einfach werden. Man kann sich nämlich immer verbessern und es schadet selten, die Komfortzone zu verlassen. 

 

Sprache als Teil unserer Kultur 

Sprache ist das wichtigste menschliche Kommunikationsmittel. Eist unabdingbar, um uns mit unserer Gruppe, Familie oder unserem Clan verständigen zu könnenDie Komplexität unserer Sprache ist etwas, das uns stark von deanderen Spezies auf unserem Planeten abhebt, selbst unser nächster Verwandte, der Affe, hat nicht annähernd eine Kommunikation, mit der er sich so gut ausdrücken kann, wie wirSprache kann verletzen, ja sogar töten, doch sie kann auch heilen und Leben retten. Sprache wird oft manipulativ verwendet, in der Werbung, in der Politik und auch in einfachen Situationen des Alltags. Sie kann bewusst missbraucht werden für schreckliche Dinge, um politische, radikale und böswillige Ziele zu erreichen. Umgekehrt aber kann sie auch Grossartiges bewirken, Menschen von einer guten Sache überzeugen und für Gerechtigkeit sorgen. Deshalb ist es für jede Gesellschaft unglaublich wichtig, sich mit ihr auseinander zu setzen.  

Die sozialen und kulturellen Regeln und Traditionen einer Gruppierung lernen wir durch Kommunikation. Unsere Art sich zu unterhalten, bitte und danke zu sagen, nach dem Weg zu fragen, eine Beleidigung oder ein Lob auszusprechen oder jemandem die Liebe zu gestehen, ist stark von unserer Kultur geprägt. Deshalb gibt es eine starke Verbindung zwischen sozialen und kulturellen Unterschieden verschiedensprachiger Bevölkerungsgruppen.  
Man kann zwar, speziell mit Hilfe der neuen Technologien, vieles über eine Kultur erfahren, ohne deren Sprache zu beherrschen. Gleichzeitig wird einem aber immer ein grosser Teil der Kultur, der Traditionen und der Herzen der Menschen verschlossen bleiben. Eine Übersetzung eines Gespräches oder eines Textes bietet nicht dasselbe wie das Original, sondern lediglich etwas der eigenen Kultur entsprechend Ähnliches. Ein tiefes Verständnis für andere Kulturen erreicht man nur durch das Beherrschen deren Sprachen.  

Oder wie es Nelson Mandela ausdrückte«If you talk to a man in a language he understands, that goes to his head. If you talk to him in his own language, that goes to his heart. »  

Wir kommunizieren praktisch nur durch Sprache. Sei es durch das gesprochene Wort, mittels eines geschriebenen Textes oder durch die oft unterbewusst verwendete und interpretierte Körpersprache. In der heutigen Zeit umfasst die Sprachwissenschaft aber nicht mehr nur das klassische Buch. Medien wie Filme, Audiodateien oder die Sozialen Medien werden immer bedeutender und auch mächtiger. Denn wie viele Menschen weltweit können lesen oder haben die Möglichkeit dazu? Knapp eine Milliarde Menschen weltweit sind Analphabeten und viele weitere leben an der Armutsgrenze und müssen täglich grosse körperliche Anstrengungen leisten, um zu überleben und haben so keine Lust oder Energie mehr, sich mit einem klassischen Buch zu beschäftigen. Hören jedoch, das können sie, und zwar jederzeit, auf dem Weg zur Arbeit, während eines Spazierganges oder vor dem Zubettgehen 

Sprache – von klein auf 

Wie kommt es dazu, dass wir alle unsere Muttersprache bestens beherrschen, ohne diese jemals zuvor in der Schule gelernt haben zu müssen? Dies ist etwas Selbstverständliches für uns, das die wenigsten wahrscheinlich jemals richtig hinterfragt haben.  

In den ersten Jahren unseres Lebens, sind wir in der Lage eine oder sogar mehrere Sprachen fliessend, also auf muttersprachlichem Niveau zu erlernen. Das bedeutet unsere kognitiven Fähigkeiten sind so flexibeldass wir jegliche Lautspracheuns ohne Probleme aneignen können. Dieses Fenster schliesst sich dann irgendwann in der Pubertät und interessanterweise ist es uns dann nicht mehr möglich Fremdsprachen auf demselben Niveau unserer Muttersprache zu erlernen. Jedoch ist es das ganze Leben lang möglich neue Sprachen zu erlernen und alles außerhalb des muttersprachlichen Niveaus ist vollkommen machbar, egal in welchem Alter, wobei es ganz auf die Motivation, die Methode und die investierte Zeit ankommt.  

 

Welche Rolle spielen Sprachen in deinem AlltagWir hoffen, wir konnten dir die Wichtigkeit von Sprachen näherbringen und dich mit mehr Wissen und Motivation für die nächste Fremdsprachenlektion wappnen. Sprachen sind wahrhaftig der Schlüssel zur Welt und wenn du sie richtig benutzt, können sie dir viele Türen öffnen  

 

 

Quellen: 

BilderFröhliche Gemischtrassige Freunde, Die Wassermelonenscheiben Am Sandigen Meeresufer Genießen · Kostenloses Stock Foto (pexels.com) 

Mutter Trägt Ihre Tochter · Kostenloses Stock Foto (pexels.com) 

sprachfamilien baum – Bing images 

Der Weltenbaum der nordischen Sprachen von Minna Sundberg (vice.com) 

nelson mandela – Google Suche 

digitale medien

Stützendes Material: 

Turmbau zu Babel – Wikipedia 

Indogermanische Sprachen – Wikipedia 

Sprache – Wikipedia 

Sprache als Spiegel der Kulturen (univie.ac.at) 

Kulturelle Identität durch Sprache – Gastbeitrag von Nacira Bouregaa (gespraechswert.de) 

Liste der meistgesprochenen Sprachen – Wikipedia 

https://youtu.be/illApgaLgGA 

Zitate: 

Zitate aus der Kategorie Sprache (woxikon.de) 

Zitate zum Sprachenlernen: 10 motivierende Sprüche – MosaLingua 

Studien: 

http://resourcesforteflteachers.pbworks.com/f/Listening+to+Learn+or+Learning+to+Listen.pdf 

https://www.jstor.org/stable/328825?seq=1 

https://books.google.ch/books?hl=de&lr=&id=hXYKAAAAQBAJ&oi=fnd&pg=PR5&dq=reading+to+learn+a+language&ots=_DearVGKQf&sig=WtK5HxtHUXtCADIxWqcgVfk83Ew&redir_esc=y#v=onepage&q=reading%20to%20learn%20a%20language&f=false 

Reading to Learn in a Foreign Language: An Integrated Approach to Foreign … – Google Books